2010-04-11

James Gosling verlässt Oracle

Der Erfinder von Java, James Gosling, hat Oracle verlassen. Auch wenn Gosling schon lange nicht mehr (zumindest nach außen hin sichtbar) die Entwicklung von Java bestimmt hat, so scheint mir das Fehlen DER Galionsfigur doch ein Problem zu sein, dem sich der neue Java-Eigentümer stellen muss. Die Community braucht Köpfe, mit denen sie sich identifizieren kann, die die Rolle einer, hm, Vaterfigur oder Mentor übernehmen. Aber auch inhaltlich braucht das Ökosystem Klarheit. Meiner bescheidenen Meinung nach ist Java derzeit eine riesige Baustelle. Kerntechnologien sind, vornehm ausgedrückt, in die Jahre gekommen. Mit großem Aufwand aus dem Boden gestampfte Plattformen kämpfen verzweifelt um Marktrelevanz. Und die Sprache selbst wird instrumentalisiert, um Elfenbeinturm-Debatten zu führen. Deshalb: beerdigt Java ME. Beerdigt JavaFX. Schafft ein gemeinsames Programmierumfeld für Client- und Webanwendungen. Macht Swing wieder nutzbar. Schafft eine IDE, die wirklich alle Aufgaben sinnvoll erledigen kann. Für das Client-Umfeld bedeutet dies: In den nächsten 5 Jahren kein neues Look and Feel. Dafür Swing an längst etablierte Sprachfeatures anpassen und die Fehler aus der Bug Parade abarbeiten. Dann: allen Swing-Komponenten RICHTIGEN Property Support einhauchen, sie also zu richtigen Beans machen. Properties als Sprachfeature in Java übernehmen, JSR 295 und 296 zur Reife bringen und in den Standard übernehmen. Die Java Beans Spezifikation an das neue Jahrtausend anpassen. Jetzt nur noch NetBeans zum Standard erheben und die schon jetzt gute Integration ausbauen. Sie werden sich sicherlich fragen, warum ich so naive Wünsche äußere... Was Sie eben gelesen haben, ist das, was Microsoft seit geraumer Zeit tut. Und man kann nicht sagen, die Redmonder hätten keinen Erfolg damit.

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