2010-05-13

Mobiles Multitasking

Am 8. April hatte Steve Jobs eine Auswahl von neuen Funktionen des für den Sommer erwarteten iPhone OS 4 vorgestellt. Eine davon ist Multitasking, vereinfacht ausgedrückt also die Fähigkeit, mehrere Programme gleichzeitig auszuführen. Bislang schließen - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - iPhone und iPod Touch nämlich das aktuell laufende Programm, wenn der Nutzer zum Home-Bildschirm wechselt. Nun kann man sich natürlich fragen, warum das so schlimm sein soll. Schon im Hinblick auf die im Vergleich zu "richtigen" Computern geringe Anzeigefläche wird niemand ernsthaft mit zwei Anwendungen parallel arbeiten wollen. Insofern wird immer nur die Oberfläche eines Programms zu sehen sein. Warum sollte also das zweite im Hintergrund unbemerkt vor sich hin werkeln und Rechenzeit und damit Strom verbraten? Die Antwort auf diese Frage wird schnell klar, wenn man sich ansieht, was die Benutzer mit Smartphones tun. Musik, Hörbücher oder Podcasts anhören, Bilder und Videos betrachten, Internet-Streaming-Dienste nutzen, E-Mails lesen oder schreiben, surfen, Termine organisieren. Und - gelegentlich - telefonieren. Viele dieser Tätigkeiten lassen sich kombinieren. Und dann braucht das System Multitasking.
Aufgrund der kleinen Bildschirme wird man zwar kaum in einem elektronischen Buch lesen und dabei ein Video betrachten (gut, am PC würde ich das auch nicht ;-)), aber E-Mails bearbeiten und dabei die Musik eines legalen Internet-Streaming-Anbieters hören ginge schon. Multitasking auf Smartphones hat demnach einen anderen Charakter als auf einem stationären Rechner oder einem Notebook. Steht bei letzteren wirklich die Interaktion mit zwei oder mehreren Anwendungen im Vordergrund, geht es auf mobilen Geräten eher um begleitende Tätigkeiten, die vielfach ohne visuelle Rückmeldung ablaufen. Beispielsweise das herunter laden von Dateien, das zyklische Abfragen von Statusinformationen, das kontinuierliche Protokollieren von …was auch immer…
Bleibt die Frage, wie ein System Multitasking technisch zur Verfügung stellt. Oder, ausführlicher formuliert: Wie stellt sich Multitasking gegenüber dem Benutzer dar? Und: Was muss der Programmierer tun und welche Möglichkeiten bietet ihm das Betriebssystem? Beide Fragen möchte ich in jeweils eigenen Beiträgen klären. Ich hoffe, Sie sind gespannt...

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